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Was sind die häufigsten Fehler von B2B-Unternehmen auf LinkedIn?

Was sind die häufigsten Fehler von B2B-Unternehmen auf LinkedIn?

LinkedIn hat sich längst zur wichtigsten Social-Media-Plattform für B2B-Marketing entwickelt. Über 950 Millionen Nutzer weltweit, darunter Entscheider, Fachkräfte und Unternehmen, bieten ein riesiges Potenzial für Lead-Generierung, Employer Branding und Thought Leadership. Doch viele B2B-Unternehmen – insbesondere in Deutschland – verschenken dieses Potenzial durch vermeidbare Fehler. In diesem Artikel beleuchten wir die häufigsten Stolpersteine und zeigen, wie Sie sie umgehen können, um auf LinkedIn erfolgreich zu sein.

1. Unvollständige oder unprofessionelle Unternehmensprofile

Das Unternehmensprofil ist die Visitenkarte auf LinkedIn. Leider vernachlässigen viele B2B-Unternehmen diese erste Kontaktfläche. Fehlendes Logo, ein nicht ansprechender Header-Banner, eine lückenhafte „Über uns“-Beschreibung oder unvollständige Kontaktdaten wirken unseriös und schrecken potenzielle Kunden ab.

Laut einer Studie von LinkedIn selbst erhalten vollständige Unternehmensprofile bis zu 30 % mehr Aufrufe als unvollständige. Dennoch haben nur 59 % der deutschen B2B-Unternehmen ihr Profil komplett ausgefüllt (Quelle: LinkedIn Marketing Solutions, 2024). Dabei ist es einfach, hier für Professionalität zu sorgen: Nutzen Sie das Logo in hoher Auflösung, gestalten Sie den Banner mit einem klaren Wertversprechen oder einem aktuellen Kampagnenmotiv, und formulieren Sie eine prägnante Beschreibung, die Ihre USPs und Ihre Zielgruppe anspricht. Vergessen Sie auch nicht, regelmäßig Updates zu teilen – ein lebendiges Profil signalisiert Aktivität und Relevanz.

2. Fehlende Zielgruppenansprache und Personas

„Wir sprechen alle an“ ist auf LinkedIn ein sicherer Weg, niemanden wirklich zu erreichen. B2B-Entscheidungsprozesse sind komplex und involvieren verschiedene Stakeholder – vom Fachabteilungsleiter über den Einkauf bis zur Geschäftsführung. Wer keine klaren Buyer Personas definiert, produziert Inhalte, die entweder zu oberflächlich oder zu spezifisch sind und somit die falschen Personen ansprechen.

Ein Beispiel: Ein IT-Dienstleister, der hochtechnische Details zu Cloud-Architekturen postet, erreicht vielleicht die IT-Experten, verfehlt aber die Entscheider, die eher an Business-Outcomes interessiert sind. Umgekehrt kann zu allgemeiner Content bei Fachleuten als nichtssagend abgetan werden. Definieren Sie daher detaillierte Personas mit Jobtiteln, Herausforderungen, Informationsbedürfnissen und bevorzugten Content-Formaten. Anschließend können Sie Ihre LinkedIn-Strategie gezielt darauf ausrichten – inklusive Targeting bei bezahlter Werbung.

3. Zu viel Verkauf, zu wenig Mehrwert

Der größte Fehler überhaupt: LinkedIn als reine Verkaufsplattform zu missbrauchen. Ständige Produktankündigungen, offensichtliche Werbebotschaften und Call-to-Actions ohne vorherigen Mehrwert führen zu Desinteresse und Unfollows. Laut einer Umfrage von HubSpot lehnen 78 % der LinkedIn-Nutzer offensichtliche Verkaufsinhalte ab.

„Content should inform, not sell“, bringt es Thomas Berger, Senior Social Media Manager bei der Social Media Agentur B2B, auf den Punkt. „Bieten Sie Ihren Followern echten Nutzen: praxisnahe Tipps, Brancheninsights, Fallstudien oder auch mal einen unterhaltsamen Einblick in Ihr Unternehmen. Erst wenn Sie Vertrauen aufgebaut haben, dürfen Sie vorsichtig zum nächsten Schritt einladen.“

Ein erfolgreicher Ansatz ist die 80/20-Regel: 80 % der Inhalte bieten Mehrwert, 20 % dürfen promotional sein. So bleiben Sie im Gedächtnis, ohne aufdringlich zu wirken.

4. Unregelmäßiges Posting und fehlende Content-Strategie

Viele B2B-Unternehmen starten mit großem Elan auf LinkedIn, lassen dann aber nach ein paar Wochen nach oder posten nur sporadisch. Das ist fatal, denn Algorithmen belohnen regelmäßige Aktivität. Unternehmen, die mindestens 20 Mal pro Monat posten, erreichen laut LinkedIn bis zu 60 % mehr Sichtbarkeit als solche, die nur gelegentlich etwas veröffentlichen.

Ohne eine klare Content-Strategie und einen Redaktionskalender gerät man schnell in die „Was posten wir diese Woche?“-Falle. Planen Sie im Voraus: Welche Themen sind für Ihre Zielgruppe relevant? Welche Formate (Text, Bild, Video, Artikel, Umfrage) setzen Sie ein? Wie oft posten Sie? Ein konsistenter Rhythmus – z. B. drei Mal pro Woche – hilft, eine treue Community aufzubauen. Nutzen Sie auch die Möglichkeit, Mitarbeiter als Markenbotschafter zu aktivieren, um die Reichweite zu vervielfachen.

5. Ignorieren von Analytics und Optimierung

LinkedIn bietet umfangreiche Analyse-Tools, sowohl für Unternehmensseiten als auch für einzelne Posts. Doch viele B2B-Marketer schauen sich die Zahlen nicht an oder wissen nicht, was sie daraus ableiten sollen. Das ist, als würde man im Dunkeln navigieren.

Welche Kennzahlen sind wichtig? Reichweite, Engagement-Rate (Likes, Kommentare, Shares), Klickraten auf Links, Follower-Wachstum und die Demografie Ihrer Audience. Analysieren Sie regelmäßig, welche Inhalte besonders gut performen, und passen Sie Ihre Strategie entsprechend an. Beispiel: Wenn Videos deutlich mehr Interaktion generieren als Textposts, sollten Sie vermehrt auf Video-Content setzen. Ohne diese datengetriebene Optimierung bleiben Potenziale ungenutzt.

6. Mangelnde Interaktion mit der Community

LinkedIn ist ein soziales Netzwerk – doch viele Unternehmen behandeln es wie einen einseitigen Werbekanal. Sie posten und verschwinden wieder, ohne auf Kommentare zu antworten, ohne andere Beiträge zu liken oder sich an Diskussionen zu beteiligen. Das signalisiert Desinteresse und schadet Ihrer Reputation.

Interaktion ist der Schlüssel zum Aufbau von Beziehungen. Nehmen Sie sich täglich Zeit, um auf Kommentare unter Ihren Posts zu antworten (auch auf kritische), und engagieren Sie sich aktiv in relevanten Gruppen oder bei Beiträgen von Partnern und Kunden. Unternehmen, die regelmäßig interagieren, erzielen nachweislich eine höhere Reichweite und stärkere Kundenbindung. Stellen Sie sich vor, Sie wären auf einer Networking-Veranstaltung – würden Sie nur Ihre Visitenkarte verteilen und dann schweigen?

7. Vernachlässigung von visuellen Inhalten

Text allein reicht heute nicht mehr aus, um Aufmerksamkeit zu erlangen. Visuelle Elemente wie Bilder, Infografiken, kurze Videos oder Slideshows erhöhen das Engagement erheblich. Laut LinkedIn bringen Beiträge mit Bildern doppelt so viele Kommentare wie reine Textposts. Dennoch setzen viele B2B-Unternehmen nach wie vor vorrangig auf Text.

Nutzen Sie die Kraft der Visuals: Erstellen Sie ansprechende Grafiken, die Kernaussagen Ihres Beitrags unterstreichen, teilen Sie kurze Erklärvideos oder geben Sie Einblicke hinter die Kulissen. Auch Live-Videos auf LinkedIn erzeugen hohe Interaktion. Achten Sie dabei auf die richtige Größe und Qualität, damit die Inhalte professionell wirken.

8. Fehlende Personalisierung und Automatisierungsfallen

Automatisierung kann Zeit sparen, aber sie darf nicht zu unpersönlicher Massenkommunikation führen. Ein häufiger Fehler ist das Versenden generischer Connection-Requests ohne individuelle Nachricht – das wirkt spamig und senkt die Akzeptanzrate. Gleiches gilt für standardisierte Direktnachrichten nach einer neuen Verbindung.

„Personalisiert anzusprechen zeigt Respekt und Interesse“, erklärt Julia Weber, Expertin für LinkedIn-Marketing bei der Social Media Agentur B2B. „Nehmen Sie sich die Zeit, das Profil der Person anzuschauen und eine kurze, auf sie zugeschnittene Nachricht zu verfassen. Das erhöht die Chance auf eine echte Geschäftsbeziehung enorm.“ Auch bei Posts lohnt es sich, die Ansprache gezielt auf Ihre Zielpersona zuzuschneiden, statt allgemeine Floskeln zu verwenden.

Fazit: Fehler vermeiden, Chancen nutzen

LinkedIn bietet B2B-Unternehmen einzigartige Möglichkeiten, um sich zu positionieren, Leads zu generieren und langfristige Geschäftsbeziehungen aufzubauen. Die häufigsten Fehler sind vermeidbar: Sorgen Sie für ein vollständiges Profil, definieren Sie Ihre Zielgruppe, bieten Sie Mehrwert statt plumper Werbung, posten Sie regelmäßig, analysieren Sie Ihre Performance, interagieren Sie aktiv, setzen Sie auf visuelle Inhalte und bleiben Sie persönlich. Wenn Sie diese Punkte beachten, werden Sie auf LinkedIn deutlich erfolgreicher sein – und das nicht nur in Deutschland, sondern weltweit.

Für weitere vertiefende Artikel und Tipps besuchen Sie gerne unsere Sitemap, in der Sie alle Beiträge unserer Agentur finden.

FAQ – Häufige Fragen zu LinkedIn für B2B-Unternehmen

Warum ist LinkedIn für B2B-Marketing wichtig?

LinkedIn ist die größte professionelle Netzwerkplattform der Welt. Hier treffen sich Entscheider, Fachkräfte und Unternehmen aller Branchen. Für B2B-Marketing ist LinkedIn daher ideal, um Zielgruppen präzise anzusprechen, Thought Leadership aufzubauen und qualifizierte Leads zu generieren.

Wie oft sollte ein B2B-Unternehmen auf LinkedIn posten?

Empfehlungen variieren, aber eine Studie von LinkedIn zeigt, dass Unternehmen, die mindestens 20 Mal pro Monat posten, bis zu 60 % mehr Sichtbarkeit erhalten. Für die meisten ist ein Rhythmus von 3-5 Mal pro Woche ein guter Start. Wichtiger als die reine Frequenz ist die Konsistenz und Qualität der Inhalte.

Welche Inhalte funktionieren am besten auf LinkedIn?

Erfolgreiche Inhalte bieten Mehrwert: Tipps, How-Tos, Branchenanalysen, Fallstudien, Einblicke in die Unternehmenskultur oder kurze Erklärvideos. Visuelle Elemente steigern das Engagement. Vermeiden Sie rein werbliche Botschaften.

Wie kann man die Zielgruppe auf LinkedIn genau ansprechen?

Definieren Sie zunächst detaillierte Buyer Personas. Nutzen Sie dann die Targeting-Optionen bei LinkedIn Ads, um nach Jobtitel, Branche, Unternehmensgröße etc. zu filtern. Organisch können Sie Ihre Inhalte so formulieren, dass sie die spezifischen Herausforderungen Ihrer Personas ansprechen.

Wie misst man den Erfolg auf LinkedIn?

Wichtige Kennzahlen sind Reichweite, Engagement-Rate (Likes, Kommentare, Shares), Klickraten auf Links, Follower-Wachstum und die Anzahl generierter Leads. LinkedIn bietet eigene Analytics-Tools für Unternehmensseiten, die diese Metriken ausweisen. Regelmäßige Auswertung und Anpassung sind essenziell.